Design System
IKUNA
Design System Adaptation für eine neue Marke

Kunde
IKUNA
In Zusammenarbeit mit
heyrise
Zeitraum
2025
Der Kontext
Für Heyrise gestaltete ich als UI Designerin die Website von IKUNA – einem Naturresort mit Erlebnispark, Tipi-Suiten, Chalets und Camping auf über 200.000 m².
Die Website sollte auf dem bestehenden Design System der Muttermarke aufbauen und gleichzeitig eine eigenständige Markenidentität entwickeln. Die Herausforderung war klar: dieselbe technische und strukturelle Foundation, aber ein völlig anderer Markencharakter.
Leistungen
Design System Adaption
Token Architecture
Component Libraries
Page Templates
UI Design
Figma
Die Aufgabe
Das Design System der Muttermarke lag bereits als ausgereifte Library vor. Es war für eine Health-&-Wellness-Marke entwickelt worden: reduziert, sachlich und funktional.
IKUNA richtet sich dagegen an Familien und Freizeiturlauber. Die digitale Markenwelt sollte emotional, einladend und erlebnisorientiert wirken, ohne die Vorteile eines bestehenden Design Systems aufzugeben.
Zusätzlich existierte zwar ein Print-CI, jedoch kaum digitale Designrichtlinien. Farben, Typografie und UI-Stile mussten deshalb zunächst in ein konsistentes digitales System übersetzt werden – inklusive Farbskalen, Kontrastwerten, States und Design Tokens.
Die zentrale Frage lautete dabei für jede einzelne Component:
Übernehmen, anpassen oder komplett neu entwickeln?
Der Prozess
Ich analysierte die bestehende Library Component für Component und ordnete jedes Element einer von drei Kategorien zu:
übernehmen
anpassen
neu entwickeln
Entscheidend war dabei die Trennung von Funktion und Markencharakter.
Funktionale Komponenten wie Formulare, Navigationen oder Layoutbausteine konnten weitgehend erhalten bleiben. Komponenten, die den visuellen Charakter der Marke transportieren, wurden dagegen gezielt überarbeitet oder neu gestaltet.
Anstatt die bestehende Library weiterzuverwenden, legte ich eine eigenständige IKUNA-Library an. Dadurch konnten Design Tokens, Variables und Styles unabhängig angepasst werden, ohne die Quell-Library der Muttermarke zu beeinflussen. Gleichzeitig blieb die strukturelle Grundlage vollständig erhalten.


Die Lösung
Es entstand eine eigenständige IKUNA-Library auf derselben Design-System-Foundation.
Die technische Struktur blieb bestehen, während die visuelle Sprache konsequent an die neue Marke angepasst wurde.
Design Sysmtem
vollständige Überarbeitung der Color Tokens auf Basis des Print-CI
neue Typografieskala für digitale Anwendungen
IKUNA-spezifische Styles
bestehende Variantenstruktur beibehalten und um neue Fill-, Type- und State-Definitionen erweitert
Neue UI Components
großflächige Hero-Komponenten für unterschiedliche Erlebniswelten
Unterkunfts-Teaser für Tipis, Chalets und Campingangebote
filterbare Ticket-Cards mit Preisstaffelung und Kategorien
modulare Bildergalerien als emotionaler Einstiegspunkt
Learnings
Im Kern war das eine Design-System-Adaption. Die schwierigste Arbeit lag nicht im Pixel-Layout, sondern in der Entscheidung, welche Teile des bestehenden Systems marken-neutral genug sind, um sie zu behalten — und welche neu gedacht werden mussten.
Markencharakter entsteht nicht durch Farben allein.
Der Wechsel von einer sachlichen Health-&-Wellness-Marke zu einer familienorientierten Erlebniswelt bedeutete weit mehr als ein neues Farbschema. Weißraum, Bildsprache, Rundungen, Typografie und Microcopy mussten gemeinsam eine deutlich emotionalere Wirkung erzeugen.
Informationsarchitektur muss mit der Marke mitwachsen.
IKUNA hatte sich von einem Campingplatz zu einer Dachmarke mit mehreren gleichwertigen Angeboten entwickelt. Diese Veränderung spiegelte sich noch nicht in der bestehenden Struktur wider. Navigation und Seitentemplates mussten deshalb neu gedacht werden, damit Erlebnispark, Übernachtungen und weitere Angebote gleichberechtigt funktionieren.
Was ich mitnehme:
Der größte Mehrwert entstand nicht im visuellen Feinschliff, sondern in der systematischen Entscheidung, welche Bestandteile des bestehenden Design Systems wirklich markenneutral waren und welche neu interpretiert werden mussten.
Die klare Trennung von Funktion und Markencharakter ermöglichte es, schnell und konsistent zu arbeiten, ohne dass IKUNA wie eine Kopie der Muttermarke wirkte. Dieses Vorgehen würde ich bei jeder zukünftigen Sub-Brand-Entwicklung wieder als Ausgangspunkt wählen.

